Die YAP-Tour „Europe-South“ mit einer sechstägigen Beteiligung Österreichs ist schon wieder Geschichte. Der Club41 Kufstein und der Club41 Innsbruck-Tirol haben sich dankenswerterweise vom 18 bis zum 24 Juni als Gastgeber für jeweils drei Tage zu Verfügung gestellt, den teilnehmenden zehn jungen Indern (3 Burschen und 7 Damen) ein tolles Programm geboten und dabei selbst viel Spaß gehabt. Bei allen beteiligten Clubfreunden darf ich mich für die Organisation der Unterbringung, für die Programmgestaltung, die Verpflegung, vor allem aber für die aufgebrachte Zeit bedanken: damit konnte unseren indischen Gästen ganz sicher ein toller Eindruck der österreichischen Lebensweise und unserer alpinen Landschaft vermittelt werden.
Ab Mitte Juli werden sich unsere österreichischen „Jungen Botschafter“ auf ihren YAP-Touren 2026 befinden. Diesmal sind vier interessierte Burschen und drei ebenso motivierte Damen unterwegs: sechsmal Indien und einmal Nepal steht am Reiseplan. Deren Reiseberichte werden in der nächsten Ausgabe unserer Contacte (Feber 2027) veröffentlicht.
Allgemein relevante Informationen zu den „YAP-Touren“ findet Ihr auf der Internationalen YAP-Homepage, die in Englisch gehalten und unter www.yap-exchange.org aufrufbar ist.
Euer YAP- Convenor,
Gerhard Schweiger
+43 664 9911 6511
Bericht YAP 2026 Europe South
Indische YAP 2026 in Österreich
Während der diesjährigen dreiwöchigen YAP- Tour „Europe- South 2026“ (von Brüssel nach Venedig) war nach drei Tagen Belgien und sechs Tagen Deutschland wiederum Österreich Gastgeber für weitere sechs Tage: zuerst der Club41 Kufstein vom 18 – 21 Juni und danach der Club41 Innsbruck-Tirol bis zum 24 Juni. Zehn jugendliche indische Botschafter, drei Burschen und sieben Damen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, waren zu Besuch. Den Abschluss dieser Tour machte Italien mit sechs Tagen Aufenthalt.
Bedingt durch eine perfekte tirolerische Organisation, inklusive Wetter, wurde für den österreichischen Teil der Tour ein anspruchsvolles, aber auch sehr unterhaltsames Programm geboten. Berge, Seilbahnen und Alpen-Sommerrodelbahn, klare Bergseen, Wälder, Wasserfälle, sattes Wiesengrün und gepflegte Innenstädte sowie „mittelalterliche“ und moderne Museen: dies war für die indischen Besucher, die allesamt aus dem eher tropischen Süden und Osten des Subkontinents kamen, ziemliches Neuland.
Federführend im jeweiligen Team von engagierten Clubfreunden war in Kufstein Mike Leitl, unser nationaler WPA- Manager und in Innsbruck war es Alexander Strasshofer, unser incoming Nationaler Sekretär. Beiden sei an dieser Stelle, klarerweise zusammen mit allen mitwirkenden Clubfreunden und ihren Präsidenten ein herzliches Danke-Schön auf den Weg gegeben. Ich weiß, dass es immer gefährlich ist „nur“ einige Freunde stellvertretend für alle anderen namentlich zu erwähnen, aber die genannten Clubfreunde haben sich durch ihr Engagement, vor allem aber durch ihre eingebrachte Zeit besonders hervorgetan.
Am Donnerstag, dem 18 Juni nachmittags begann der österreichische Part dieser Europe- South- YAP- Tour. Mit der DBB aus Nürnberg kam die Gruppe mit ihren überdimensionalen Flugkoffern fast zeitgerecht (bedeutet mit nur einer Stunde Verspätung und nach indischer Zeitrechnung „just in time“) am internationalen Hauptbahnhof von Kufstein an und wurde direkt in ein gemeinsames Innenstadthotel, welches einem hiesigen Tabler gehört, begleitet.
Den Aufenthalt in der mittelalterlichen Festungsstadt zu den heißesten Sommertagen könnte man wie folgt zusammenfassen: „long hot days and long hot nights“, denn Kufstein wurde am Tag und in der Nacht erkundet! Als äußerst positiv wurde die Fußläufigkeit empfunden; dadurch war eine Selbständigkeit gegeben, die sich aber auf die zeitliche Ausdauer beim nächtlichen Barbesuch ausgewirkt hat.
Für Abwechslung war gesorgt: ein Nachmittag am Pfrillsee, einem kleinen See in Kufsteins Bergen, mit Picknick und Sprung ins kühlende Nass war einmal mehr eine tolle Erfahrung, denn Badeseen mit Trinkwasserqualität sind in Südindien doch eher die große Ausnahme.
Mehrstündige Shoppingtouren in der Kufsteiner Altstadt: einige unserer indischen Gäste kamen aus Städten, deren Einwohnerzahl die von Österreich übertrifft. Und der hiesige Verkehr: kein Hupen, keine Massen von Fahrrädern, es gab Fußgängerübergänge und alles lief vollkommen gesittet ab!
Nach einer sehenswerten Werksführung bei Riedel- Glas (seit 1756 in Familienbesitz und gleich gegenüber dem Hotel: kürzere Wege gibt es gar nicht!) wurde die über der Stadt thronende Festung mit Kaiserturm, Heimatmuseum und Heldenorgel (größte Freiluftorgel der Welt) besichtigt. Festungsbauten gibt es zwar in Indien auch zuhauf, aber eben in anderer Architektur. Die Gruppe wählte den schweißtreibenden Aufstieg zu Fuß und nutzte die Standseilbahn zum Herunterfahren. Sehr sportlich!
Die Verpflegung während des gesamten Aufenthalts bestand aus regionalen Speisen; bedingt durch die Hitze war der Eiskonsum entsprechend hoch.
Das Sommer-Musik-Festival in der Festungsarena mit seinem mobilen Dach war eine weitere Attraktion; obwohl es keine Karten mehr gab, wurde nochmals der Festungshügel erklommen, um die Stimmung möglichst hautnah vor Ort mitzuerleben.
All dies geschah nach indischem Verständnis, will heißen: sehr individuell. Besonders Mike hat die jungen Leute besser betreut als jedes Kindermädchen!
Im Herzen der Alpen übernahm danach der Club 41 Innsbruck–Tirol und bot unseren Gästen weitere unvergessliche Momente im Großraum Innsbruck. Bei herrlichem Sommerwetter führte der erste Tag direkt an den Achensee, der mit seinem türkisblauen Wasser und beeindruckender Bergkulisse begeisterte. Beim Kajakfahren und Stand-Up-Paddeln wurde die Landschaft vom Wasser aus erkundet; besonders Mutige nutzten die Sprungplattform für waghalsige Pirouetten in das erfrischende Nass.
Ein weiteres Highlight war am Folgetag die Auffahrt mit der Nordkettenbahn über die Zwischenstation Seegrube auf das Hafelekar. Der atemberaubende Ausblick auf Innsbruck, das Inntal und die umliegende Bergwelt hinterließ bei den jungen Indern einen bleibenden Eindruck und auch Gänsehautmomente.
Gestärkt durch ein „landestypisches“ Mittagessen (alteingesessener Inder mit umfangreichem vegetarischem Buffet, Hähnchen und Mango-Lassi) folgte ein Spaziergang durch die Innsbrucker Altstadt inklusive Hofkirche/ Schwarz-Mander-Kirche und vermittelte einen Eindruck alpin-urbaner Geschichte gepaart mit dem Charme der Tiroler Landeshauptstadt.
Der Besuch der Swarovski Kristallwelten in Wattens faszinierte unsere Bollywood-affinen Gäste; die kreative Verbindung von Kunst, Design und Kristall sorgte für zahlreiche Bildnachrichten in die ferne Heimat. Wobei anzumerken wäre, dass zwei der jungen Damen nur im Notfall den Blick von ihren Smartphones lösen konnten.
Den Tagesabschluss bildete das unvermeidbare Public-Viewing des WM- Spieles Argentinien gegen Österreich, während dem unsere Gäste durch einen jugendlichen weiblichen Fan mit Gruppen-Aerobic, Geschicklichkeitsspielen und Tennis bestens unterhalten wurden.
Bedingt durch das Homehosting kam es zwar zu einem vermehrten Transportaufwand; die Gasteltern waren aber von diesem direkten Kontakt sehr angetan.
Am dritten Tag sorgte eine rasante Fahrt mit dem 3,5 km langen Alpine Coaster (längste Bahn in Europa) in Hoch-Imst für zusätzlichen Nervenkitzel, bevor beim Besuch des Stuiben-Falls, des höchsten Wasserfalls Tirols, die Kraft des tosenden Wassers wahrlich spürbar wurde und bei einigen Wagemutigen die Gischt die sommerliche Hitze bis auf die Haut milderte.
Den stimmungsvollen Abschluss dieser Tage in Österreich bildete ein gemeinsamer Abend auf einer rustikalen Alpenvereins-Berghütte in den Tiroler Alpen. Bei Knödel, Schlutzkrapfen und bester Stimmung ließen die YAPse die Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren.
Nach einer kürzeren Nacht in Stockbetten wurden finalmente unsere indischen Gäste am Mittwoch, dem 24 Juni zeitlich morgens am Hauptbahnhof von Innsbruck in einen Direktzug nach Bozen gesetzt und erreichten mit einmal Umsteigen unter Mithilfe italienischer Clubfreunden pünktlich ihr nächstes Reiseziel Meran.
Resümee dieser sechs Tage: für unsere indischen Gäste sowie für die mitwirkenden Clubfreunde vom Club41 Kufstein und Club41 Innsbruck-Tirol war es ein Mordsspass; geblieben sind für Jeden unvergessliche Erinnerungen und Eindrücke sowie ein lebendiger interkultureller Austausch, ganz im Sinne des „Young Ambassador Program“.
YiC41,
Gerhard Schweiger, AUT YAP Convenor,
Bruno Haller, Club41 Kufstein und
Alexander Strasshofer, Club41 Innsbruck-Tirol
(im Namen aller beteiligten Clubfreunde)





